{"id":1729,"date":"2021-08-26T12:08:03","date_gmt":"2021-08-26T10:08:03","guid":{"rendered":"http:\/\/spdwoelfersheim.de\/?p=1729"},"modified":"2021-08-26T12:11:32","modified_gmt":"2021-08-26T10:11:32","slug":"buergermeister-eike-see","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/spdwoelfersheim.de\/?p=1729","title":{"rendered":"B\u00fcrgermeister Eike See:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 4. M\u00e4rz 2018 wurde Eike See zum B\u00fcrgermeister unserer sch\u00f6nen Gemeinde gew\u00e4hlt. Seine Amtseinf\u00fchrung fand einen Monat sp\u00e4ter am 9. April 2018 statt. Durchgesetzt hatte er sich damals mit 67% der W\u00e4hlerstimmen gegen zwei weitere Kandidaten. Mittlerweile sind etwas mehr als drei Jahre seiner ersten Amtszeit vergangen. Wir finden, dass es Zeit f\u00fcr eine Halbzeitbilanz ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr See, Sie waren vor Ihrer Wahl zum B\u00fcrgermeister schon mehrere Jahre als Finanzleiter bei der Gemeinde W\u00f6lfers heim t\u00e4tig und somit in sehr viele Projekte eingebunden. Gab es trotzdem etwas, dass Sie \u00fcberrascht hat?<\/strong><\/p>\n<p>Eike See: Es war ein gro\u00dfer Vorteil, dass ich schon sieben Jahre bei der Gemeinde gearbeitet habe. So war ich \u00fcber alle gro\u00dfen und auch \u00fcber die meisten kleinen Projekte informiert, kannte meine Mitarbeiter und wusste auch, wie die politischen Gremien funktionieren. Ich denke, das war auch einer der Hauptgr\u00fcnde, warum mich die W\u00f6lfersheimer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gew\u00e4hlt haben. \u00dcberraschungen gab es daher keine. An dieser Stelle m\u00f6chte ich noch einmal einen ganz gro\u00dfen Dank an meinen Vorg\u00e4nger Rouven K\u00f6tter aussprechen. Seine hervorragende Arbeit \u00fcber zehn Jahre hinweg und seine Einarbeitung haben mir nicht nur den Start erleichtert, sie haben auch dazu gef\u00fchrt, dass es zu keinem Stillstand kam.<\/p>\n<p><strong>Es ist auff\u00e4llig, dass Sie sehr viel informieren, ob per Pressemitteilungen oder per Video. Warum machen Sie das in dieser Intensit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p>In W\u00f6lfersheim ist das doch der Standard. Nat\u00fcrlich haben wir mit unseren VLOGs, die wir seit zwei Jahren regelm\u00e4\u00dfig auf YouTube ver\u00f6ffentlichen, ein neues Medium geschaffen. Grunds\u00e4tzlich kann man doch sagen, dass auch vor meiner Zeit die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sehr gut informiert wurden. Ich sehe das als wichtig und richtig an. Unsere B\u00fcrger sollen wissen, was bei uns passiert. Das schafft Identifikation mit der Gemeinde und Transparenz.<\/p>\n<p><strong>Kann man es als B\u00fcrgermeister allen recht machen? Man m\u00fcsste ja meinen, dass alle zufrieden sind, wenn man so offen und transparent seine Arbeit darlegt.<\/strong><\/p>\n<p>Nein, das kann man nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass, egal was man macht, man immer mal wieder an den Punkt kommt, an dem jemand mit etwas nicht zufrieden ist. Je mehr Projekte man realisiert, desto gr\u00f6\u00dfer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand nicht zufrieden ist.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie hierzu ein konkretes Beispiel nennen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, klar. Wir haben im Januar den neuen Kindergarten neben dem Rathaus (KiTa L\u00f6wenherz, Anm. der Redaktion) er\u00f6ffnet. Hierdurch konnten wir 45 neue Betreuungspl\u00e4tze schaffen und die Ortsmitte weiter beleben. Durch die neue KiTa stehen nun hinter dem Rathaus vier Parkpl\u00e4tze weniger zur Verf\u00fcgung. Hier\u00fcber gab es schon eine Beschwerde. In Wohnbach haben wir einen Spielplatz neugestaltet. Hierf\u00fcr haben wir alle Wohnbacher Kinder angeschrieben und nach Vorschl\u00e4gen gefragt. So konnte der Spielplatz nach den W\u00fcnschen der Kinder gestaltet werden. Im Gegenzug gab es eine Beschwerde, dass nun mehr L\u00e4rm auf dem Spielplatz ist, da dort jetzt mehr Kinder spielen. Auch die REWE-Ansiedlung reiht sich hier ein. Wir haben etliche Millionen Euro durch den Grundst\u00fccksverkauf eingenommen und schaffen, wenn das Lager steht, Hunderte von Arbeits- und Ausbildungspl\u00e4tzen in unserer Kommune. Die Kritik an der Ansiedlung war trotzdem da. Das sind nur drei Beispiele, die zeigen, dass es nicht m\u00f6glich ist, es allen recht zu machen.<\/p>\n<p><strong>Gab es ein Projekt im Laufe der letzten drei Jahre, das Ihnen besonders viel Spa\u00df gemacht hat?<\/strong><\/p>\n<p>Am meisten Spa\u00df hat mir gemacht, dass wir so viele Sachen umgesetzt haben. Ob das kleinere Projekte wie die Liegeb\u00e4nke in allen Ortsteilen oder gr\u00f6\u00dfere wie die gerade angesprochene KiTa in W\u00f6lfersheim, das neue Au\u00dfengel\u00e4nde der S\u00f6deler KiTa, die vielen Ma\u00dfnahmen rund um den Melbacher Sportplatz, die Neugestaltung der Wohnbacher Turn- und Sporthalle oder die Arbeiten rund um den Berst\u00e4dter Tanzhof waren. Alle Projekte waren wichtig f\u00fcr die Ortsteile und f\u00fchren zu einer nachhaltigen Verbesserung unserer Infrastruktur. Besonders freut es mich, wenn meine Mitarbeiter etwas mitgestalten k\u00f6nnen, wie dies auf ganz hervorragende Weise rund um unsere neue Schutzh\u00fctte am W\u00f6lfersheimer See geschehen ist, in der man auch Hochzeiten oder Taufen durchf\u00fchren kann. Aber auch die vielen kulturellen Veranstaltungen wie die Konzerte mit Albert Hammond und Pete Lincoln, unseren Kinosommer oder die 16 Tage Sommer am See waren absolute Highlights, die trotz der Pandemie, sicher durchgef\u00fchrt werden konnten.<\/p>\n<p>Pandemie ist das richtige Stichwort. Wie sehr beeinflusst dieses furchtbare Virus Ihre t\u00e4gliche Arbeit?<br \/>\nCorona beeinflusst t\u00e4glich unsere Arbeit. Es erschwert fast all unsere Bauprojekte, da immer wieder Lieferschwierigkeiten entstehen oder ein Handwerker in Quarant\u00e4ne ist. Im KiTa-Bereich haben wir \u00fcber den kompletten Winter w\u00f6chentlich darum gek\u00e4mpft, den Betrieb so gut es irgendwie ging aufrechtzuerhalten. Ich kann vor all meinen Erziehern und vor meiner KiTa-Fachbereichsleiterin nur den Hut ziehen. Alle machen einen grandiosen Job und gehen seit mehr als einem Jahr immer wieder komplett selbstlos bis an ihre Belastungsgrenzen. Ich habe mich riesig gefreut, als meine Erzieher endlich geimpft werden konnten, damit wenigstens das gesundheitliche Risiko bei ihnen einged\u00e4mmt werden konnte. Ebenfalls merkt man fast t\u00e4glich, dass sehr viele Menschen gereizt oder nervlich angeschlagen sind. Ein Jahr Kurzarbeit, Homeoffice, keine Konstanz in Schul- und Kita-Betreuung, im schlimmsten Fall Todesf\u00e4lle in der Familie und auch leider oft ein politisch nicht nachvollziehbarer Zick-Zack-Kurs auf Bundes- und Landesebene haben starke Spuren hinterlassen. Ich hoffe f\u00fcr uns alle, dass wir so schnell wie m\u00f6glich wieder mehr Normalit\u00e4t in unserem Leben haben.<\/p>\n<p><strong>Das ist absolut nachvollziehbar. Lassen Sie uns lieber \u00fcber etwas Erfreuliches reden und einen Blick in die Zukunft werfen. Was sind Ihre Ziele f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Jahre?<\/strong><\/p>\n<p>Da gibt es einige. F\u00fcr manche werden drei Jahre auch nicht reichen, wie zum Beispiel die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Hungen. Dar\u00fcber hinaus gibt es aber noch viele weitere tolle Projekte, die ich unbedingt realisieren m\u00f6chte. Eines davon ist die Breitbandversorgung f\u00fcr alle Ortsteile. Das Projekt wird mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen und uns digital fit f\u00fcr die Zukunft machen. Selbst verst\u00e4ndlich m\u00f6chte ich auch unser Kulturprogramm weiter ausbauen. Ebenfalls m\u00f6chte ich sowohl Wohnraum als auch Baupl\u00e4tze f\u00fcr Unternehmen schaffen. Leider legt uns unsere Landesregierung hier riesige Steine in den Weg. Ich bin aber trotzdem zuversichtlich, dass wir L\u00f6sungen finden werden, um weiter bezahlbaren Wohnraum und Baupl\u00e4tze anbieten zu k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich sollen auch unsere Hochbauprojekte, wie die neue Turnhalle in S\u00f6del und das gemeinsame Feuerwehrger\u00e4tehaus f\u00fcr Melbach und S\u00f6del, die Sanierung der Wohnbacher Feuerwehr oder der Berst\u00e4dter Mehrzweckhalle, in drei Jahren weit fortgeschritten oder im besten Fall sogar abgeschlossen sein. Wir bearbeiten aktuell mehr als 40 Projekte. Diese kann ich leider hier nicht alle aufz\u00e4hlen, da dies den Rahmen sprengen w\u00fcrde. Viele von diesen Projekten werden unsere Gemeinde nachhaltig verbessern, wie zum Beispiel die Erweiterung unseres Solarparks am See oder die Aktionen \u201eW\u00f6lfersheim bl\u00fcht auf\u201c, \u201eW\u00f6lfersheim f\u00e4hrt Rad\u201c oder \u201e10.000 B\u00e4ume f\u00fcr 10.000 W\u00f6lfersheimer\u201c. Eine noch wichtigere Aufgabe wird es sein, nach der Pandemie unsere Vereine zu unterst\u00fctzen. Viele Vereine haben Angst um ihre Zukunft. Ich m\u00f6chte als B\u00fcrgermeister aktiv mithelfen, dass es nach Corona weitergeht. Ein W\u00f6lfersheim ohne ehrenamtliche Vereinsarbeit ist f\u00fcr mich nicht vorstellbar.<\/p>\n<p><strong>Bei dieser Vielzahl an Projekten ist es mit Sicherheit schwer, auch einmal abzuschalten. Wie erholen Sie sich von der Arbeit?<\/strong><\/p>\n<p>Meine Frau und auch meine Eltern und Schwiegereltern unterst\u00fctzen mich unfassbar gut in meinem Job. Dank dieser Hilfe kann ich mich zum Gl\u00fcck immer noch einigerma\u00dfen fit halten und beim Sport abschalten. Da klingelt kein Handy und ich bekomme den Kopf ganz gut frei. Aber auch meine zwei T\u00f6chter sorgen daf\u00fcr, dass ich sehr schnell nicht an die Arbeit denke, wenn ich nach Hause komme \u2026 auch wenn das an manchen Tagen mindestens genauso anstrengend ist wie die Arbeit (lacht).<\/p>\n<p><strong>Eine Abschlussfrage: Sie haben drei W\u00fcnsche frei, was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr unsere Gemeinde?<\/strong><\/p>\n<p>Das Ende der Pandemie und vor allem Zufriedenheit und Gesundheit f\u00fcr uns alle. Der Rest kommt von allein.<\/p>\n<p><strong>Danke f\u00fcr das Interview.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 4. M\u00e4rz 2018 wurde Eike See zum B\u00fcrgermeister unserer sch\u00f6nen Gemeinde gew\u00e4hlt. Seine Amtseinf\u00fchrung fand einen Monat sp\u00e4ter am 9. April 2018 statt. Durchgesetzt hatte er sich damals mit 67% der W\u00e4hlerstimmen gegen zwei weitere Kandidaten. Mittlerweile sind etwas mehr als drei Jahre seiner ersten Amtszeit vergangen. 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