{"id":821,"date":"2017-06-08T16:05:21","date_gmt":"2017-06-08T14:05:21","guid":{"rendered":"http:\/\/spdwoelfersheim.de\/?p=821"},"modified":"2018-02-01T13:43:11","modified_gmt":"2018-02-01T11:43:11","slug":"kurzinterview-mit-buergermeister-rouven-koetter-zur-erklaerung-von-kirchen-landwirtschafts-und-umweltverbaenden-zum-geplanten-logistikzentrum-in-woelfersheim","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/spdwoelfersheim.de\/?p=821","title":{"rendered":"Kurzinterview mit B\u00fcrgermeister Rouven K\u00f6tter zur Erkl\u00e4rung von Kirchen, Landwirtschafts- und Umweltverb\u00e4nden zum geplanten Logistikzentrum in W\u00f6lfersheim."},"content":{"rendered":"<p><b>Dass sich Umwelt- und Landwirtschaftsverb\u00e4nde kritisch \u00e4u\u00dfern, \u00fcberrascht nicht. Aber nun schalten sich auch die Kirchen in die Debatte ein. Was sagen Sie dazu, Herr K\u00f6tter?<\/b><\/p>\n<p>Kirchen haben selbstverst\u00e4ndlich das Recht, sich in gesellschaftspolitische Fragen zu positionieren. Sie haben meines Erachtens nach aber auch die Pflicht, dabei alle Argumente anzuh\u00f6ren und zu ber\u00fccksichtigen und d\u00fcrfen sich nicht mit Scheuklappen auf einen einzigen Aspekt konzentrieren. Der Mensch geh\u00f6rt auch zu Gottes Sch\u00f6pfung und hier geht es um die Zukunft von 550 Mitarbeitern und ihren Familien. Es geht um Perspektiven f\u00fcr unsere heutigen Sch\u00fcler und darum, ob wir diesen eine Zukunft in unserer Region bieten k\u00f6nnen. Das kommt in der aktuellen Debatte meiner Meinung nach eindeutig zu kurz. \u00dcbrigens sind nicht alle Landwirtschaftsverb\u00e4nde dagegen. Der betroffene Ortsbauernverband Berstadt hat intensiv beraten und sich bewusst nicht negativ zu dem Vorhaben ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p><b>Es wird haupts\u00e4chlich kritisiert, dass 30 ha wertvoller Wetterauer Ackerboden umgenutzt werden sollen. Das kann Ihnen doch nicht egal sein?<\/b><\/p>\n<p>Ist es auch nicht. Wir haben lange abgewogen und dieses Argument ist nicht wegzudiskutieren. Die Wetterau verf\u00fcgt \u00fcber hervorragende B\u00f6den und auch in der Projektfl\u00e4che ist dies zumindest teilweise der Fall. Man muss es aber ins Verh\u00e4ltnis setzen. W\u00f6lfersheim hat 2.950 ha Ackerfl\u00e4che. F\u00fcr das Logistikzentrum, das uns 550 Arbeitspl\u00e4tze und 20 Ausbildungspl\u00e4tze bringt, ben\u00f6tigen wir 30 ha, das sind gerade einmal 1 % unserer W\u00f6lfersheimer Ackerfl\u00e4chen. <\/p>\n<p><b>Nun widersprechen Sie sich aber: Ist das Projekt nun zu begr\u00fc\u00dfen, weil die Mitarbeiter ihren Job behalten k\u00f6nnen oder sind es Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr W\u00f6lfersheim?<\/b><\/p>\n<p>Beides ist der Fall, das ist kein Widerspruch. Zun\u00e4chst freue ich mich, dass durch den Umzug niemand seinen Arbeitsplatz verliert, das ist mir \u2013auch als Sozialdemokrat- besonders wichtig. Die Erfahrung mit anderen Ansiedlungen zeigt aber, dass durch Rente, Wegzug oder berufliche Ver\u00e4nderungen immer wieder Arbeitspl\u00e4tze neu besetzt werden m\u00fcssen, da bieten sich Chancen f\u00fcr die B\u00fcrger aus W\u00f6lfersheim und Umgebung. Wenn ich heute durch die Werkshallen von MAHLE, Frank oder Hinnerb\u00e4cker gehe, sehe ich lauter bekannte Gesichter und diese Unternehmen haben ihre Mitarbeiter auch mitgebracht, als sie ihren Standort zu uns verlagert haben.<\/p>\n<p><b>Das hei\u00dft, Sie ignorieren die Belange des Naturschutzes und der Landwirtschaft, um Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen?<\/b><\/p>\n<p>Nein, so trifft das keinesfalls zu. REWE baut nach h\u00f6chsten Standards der Nachhaltigkeit und ist daf\u00fcr bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Auch das Logistikzentrum in W\u00f6lfersheim wird ein Musterbeispiel f\u00fcr nachhaltiges Bauen werden. Au\u00dferdem wurde angek\u00fcndigt, einen Naturschutzbeirat f\u00fcr das Projekt zu gr\u00fcnden, bestehend aus \u00f6rtlichen Natursch\u00fctzern und dem Klimaschutzbeauftragten der Gemeinde W\u00f6lfersheim, Markus Michel. Dieser Beirat soll bei der Gestaltung des gro\u00dfen Au\u00dfengel\u00e4ndes beraten, denn auch hier will REWE beispielgebend Ma\u00dfst\u00e4be setzen. Sowohl bei der Auswahl der Pflanzen, als auch bei der Anordnung der Gr\u00fcnfl\u00e4chen will man sich die Ortskenntnis und Fachkompetenz der lokalen Akteure sichern. Somit k\u00f6nnten beispielsweise f\u00fcr Bienen, V\u00f6gel und andere Tiere gesch\u00fctzte R\u00e4ume geschaffen werden.<\/p>\n<p><b>Es werden jedoch landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gef\u00e4hrdet. Da hilft doch auch kein Naturschutzbeirat?<\/b><\/p>\n<p>Es stimmt nicht, dass auch nur ein einziger landwirtschaftlicher Betrieb durch das Projekt existenziell gef\u00e4hrdet wird. Das gew\u00e4hlte Umlegungsverfahren ist eine im Baugesetzbuch genau geregelte und in vielen Kommunen regelm\u00e4\u00dfig angewandte Vorgehensweise. Danach darf ein Projekt nicht umgesetzt werden, wenn auch nur ein einziger P\u00e4chter oder Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer dadurch existenziell gef\u00e4hrdet w\u00fcrde. Sie k\u00f6nnen sich sicher sein, dass gerade dieser Aspekt genau beleuchtet wird und wir f\u00fcr entsprechenden Ausgleich sorgen m\u00fcssen. Auch der Ankaufpreis wird von einem neutralen Gutachter festgelegt und deutlich \u00fcber dem Quadratmeterpreis f\u00fcr Ackerfl\u00e4chen liegen. Jeder, der Land abgibt, wird daf\u00fcr mehr als fair finanziell entsch\u00e4digt.<\/p>\n<p><b>Sie wollen k\u00fcnftig als Erster Beigeordneter zum Regionalverband nach Frankfurt wechseln. Nun wirft man gerade der Regionalpolitik Beliebigkeit vor. Stimmt es, dass jede Kommune an Fl\u00e4chen bekommt, was sie will? Dann k\u00f6nnten wir uns einen Regionalen Fl\u00e4chennutzungsplan doch sparen, oder?<\/b><\/p>\n<p>Als ich 2008 B\u00fcrgermeister wurde, war der aktuelle Regionale Fl\u00e4chennutzungsplan gerade in der finalen Beratungsphase. Die Planungen liefen seit mehr als drei Jahren. Wer soll denn damals gewusst haben, dass wir 2017 in W\u00f6lfersheim ein Logistikzentrum ansiedeln k\u00f6nnen? Regionalplanung ist wichtig, um Entwicklungen zu strukturieren, aufeinander abzustimmen und die gesamte Region im Blick zu haben. Die Welt dreht sich aber weiter und es muss Aufgabe der Regionalplanung sein, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Kommunen und damit unsere Region auf die Herausforderungen von heute auch Antworten geben k\u00f6nnen.  <\/p>\n<p><b>Der Protest wird dennoch anhalten, davon ist auszugehen. Wie wollen Sie die Gegner des Projekts \u00fcberzeugen?<\/b><\/p>\n<p>Es wird mir nicht gelingen, bei einem solchen Projekt alle Kritiker zu \u00fcberzeugen. Es ist mir jedoch wichtig darzulegen, dass wir alle Argumente gut und sorgf\u00e4ltig abgewogen haben. Es gibt deutlich mehr Gr\u00fcnde f\u00fcr das Projekt, als dagegen. Ich bin froh, dass SPD, CDU und FWG in W\u00f6lfersheim gemeinsam entschieden haben, diese gro\u00dfe Chance f\u00fcr unsere Gemeinde und die gesamte Region zu nutzen. Ich werde meinen Teil dazu beitragen, dass uns dies auch gelingen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass sich Umwelt- und Landwirtschaftsverb\u00e4nde kritisch \u00e4u\u00dfern, \u00fcberrascht nicht. Aber nun schalten sich auch die Kirchen in die Debatte ein. Was sagen Sie dazu, Herr K\u00f6tter? Kirchen haben selbstverst\u00e4ndlich das Recht, sich in gesellschaftspolitische Fragen zu positionieren. 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